BLOGPARADE: Blogger machen Mut “Mein Leben mit/als…” – Ein Moment der alles veränderte

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Hallo meine Süßen,

im heutigen Beitrag wird es mal um was komplett anderes gehen denn ich bin Mitglied in der aktuell laufenden Blogparade mit dem Thema ‚Blogger machen Mut – „Mein Leben mit/als…“. Die Blogparade wurde vor ein paar  Wochen von Franzi, welche mit dem ersten Beitrag anfing ins Leben gerufen.  Unsere Truppe besteht aus 29 Mädels und 2 Herren. Wir schreiben alle über ein ganz bestimmtes Thema was unser Leben prägte oder veränderte seien es Depressionen; Unfälle; Schicksäle; Krankheiten; Probleme; Übergewicht; aus dem Leben eines Vaters etc.

Ich schreibe diesen Beitrag jetzt bereits zum dritten mal. Was mit den 2 anderen passiert ist ? – Ich habe sie geschrieben, mir durchgelesen, mit Tränen in den Augen durch den PC gestarrt, gezittert und sie mit einem Angstgefühl wieder gelöscht & jetzt sitze ich wieder vor dem PC und denke diesmal wird es nicht gelöscht, diesmal schaffst du es den immerhin wollen wir Mut machen. Mein Moment der alles veränderte begann am 18.05.2013. Als ich morgens aufstand und mich fertig machte hätte ich nie gedacht das dieser Tag alles verändern würde den eigentlich wollte ich nur mein Schmetterlingstattoo nachstechen lassen. Doch dann kam alles anders…

Ich und meine damalige beste Freundin waren mit dem Auto unterwegs, weil sie mich begleiten wollte und mich fuhr & dann passierte es wir knallten mit dem Auto gegen einen abgesägten Baumstumpf. Und das war der Moment der alles veränderte den ich wäre dabei fast an Inneren Blutungen und Verletzungen gestorben. Da ich auf der Seite saß auf der der Motor war und dieser nach Innen in`s Auto vor mich `flog`erwischte es mich wie es das Schicksal wollte natürlich schlimmer. Ich kam daraufhin ins Krankenhaus in Mühlhausen und sollte dort Not operiert werden doch dann stellte man fest das meine Verletzungen viel schlimmer als zunächst gedacht sind und ich wurde mit einem Helikopter nach Jena in die Uni Klinik geflogen wo ich 12 Stunden Not operiert wurde und dort dann auch 4 Wochen lag. Ich kann vom Glück davon reden das ich nicht im Koma lag.

Meine Diagnosen sind folgende:

  • Polytrauma mit Femurquerfraktur, AO Kl.: 32-A3.3 rechts mit traumatisch abgedeckter Aortenruptur loco typico
  • Femurschaftfraktur, AO-Typ 32-B 2.3 rechts
  • Weichteilverletzung Knie beidseitig, ohne Gelenkbeteiligung beidseitig
  • Weichteilverletzung rechts Knie im Sinne eines kutanen Decollements
  • Komplexe distale Humerusschaftfraktur, AO-Typ 12-C1.2 links
  • Aortenaneurysma
  • Dislozierte zentrolaterale Mittelgesichtsfraktur rechts mit Beteiligung des Orbitabodens
  • Orbifraktur re rechts
  • Aortendissektion Typ B
  • Rippenserienfraktur 4-8 links
  • Lungenkontusion
  • Nasengerüstfraktur / dislozierte Nasenbeinfraktur
  • Schädelbasisfraktur
  • Fraktur des Orbitabodens
  • Fraktur des Jochbeins und des Oberkiefers
  • Weichteilschaden II. grades bei geschlossener Fraktur oder Luxation des Kopfes
  • Hämatom der Milz
  • fettige Degeneration der Leber, anderenorts nicht klassifiziert
  • Lungenkontusion beidseits
  • Milzhämatom
  • Ruptur des Vorderen Kreuzbandes rechts
  • Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung

Mittlerweile weiß ich was ich für ein verdammtes Glück hatte doch das war nicht immer so. Nach dem Unfall hab ich mich oft gefragt wieso ich nicht einfach hätte sterben können. Bei dem Gedanken das ich laufen neu lernen muss wurde mir schlecht. Ich war körperlich lange nicht mal in der Lage einfach nur eine Flasche Wasser zu halten was mir heute noch oft Probleme mit meinem linken Arm bereitet (wir reden von einer 1,5 Liter Flasche). Laufen lernte ich zum erstaunen der Ärzte und Therapeuten recht schnell wieder auch dank der Hilfe meiner Mädels Phibie und Isi die mich förmlich quälten auch wenn ich keine Lust mehr hatte und alles hinschmeißen wollte. An der Stelle danke an euch 2 denn ohne euch hätte ich es definitiv nicht so schnell wieder gelernt ❤

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Bild von September 2013

Oft hatte ich das Gefühl mein Leben ist vorbei oder hat keinen Sinn mehr. Ich lag oft Tagelang im Bett und wollte nicht aufstehen, keinen sehen. In solchen Momenten erkennt man wer seine wahren Freunde sind, wer wirklich für einen da ist, einen Unterstützt und wer nicht. Ich habe viele sogenannte angebliche Freunde verloren aber weiß meine Freunde die immer noch zu mir stehen dafür umso mehr zu schätzen. Selbst die eigene Familie wollte nur Profit aus meinem Unfall schlagen. Ihr fragt euch wie das geht ? Bei so einem Unfall melden sich sofort die Versicherungen und der Geschädigte erhält Schmerzensgeld; Schadensersatz; Krankengeld; Pflegegeld; Unfallrente etc. und meine Mutter war dann der Meinung sie kann mir mein Pflegegeld unterschlagen und mir außerdem Geld von meinem Konto klauen und meine Unterschrift diverse male fälschen. Zum Glück hab ich das alles Rechtzeitig genug gemerkt und konnte dagegen angehen und sie hat ihre gerechte Strafe erhalten. Somit wurde sie für immer aus meinem Leben verbannt und ich möchte nie wieder etwas mit ihr zutun haben. Aber ich komm mit klar den so hart sich das nun vielleicht anhören mag meine sogenannte Mutter war nie für mich da wie eine Mutter für sein Kind da sein sollte. Ich wurde sehr früh sehr selbstständig und kam immer irgendwie auch alleine ohne Eltern klar.

Ich habe aus der Zeit nicht viele Bilder und möchte auch nur einige ganz bewusst veröffentlichen den eins merkt euch bitte auch wenn es Menschen sehr, sehr schlecht geht sieht man es Ihnen nicht immer an denn auch ich habe sehr, sehr oft überspielt wie es mir wirklich geht.

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Fotos von September und Oktober 2013

Aber kommen wir erstmal wieder zum eigentlichen Thema zurück. Aufgrund des Unfalls wurde mir ein Stent in die Leiste eingesetzt welcher durch meine Hauptschlagader im Bauch zum Herzen hinführt. Ohne ihn bin ich nicht mehr Lebensfähig.  Aber was ist eigentlich ein Stent ?

Ein Stent (deutsch Gefäßstütze) ist ein medizinisches Implantat, das in Hohlorgane eingebracht wird, um sie offen zu halten. Es handelt sich meist um ein kleines Gittergerüst in Röhrchenform aus Metall oder Kunstfasern. Verwendung finden Stents zum einen in Blutgefäßen, speziell den Herzkranzgefäßen, um nach deren Aufdehnung (PTCA) einen erneuten Verschluss zu verhindern; eine solche Behandlung wird als Stentangioplastie bezeichnet. Zum anderen dienen Stents in der Krebsbehandlung dazu, durch bösartige Tumoren verursachte Verengungen von Atemwegen (Luftröhre), Gallenwegen oder der Speiseröhre nach einer Aufdehnung offenzuhalten.

Ist man nach solchen Verletzungen auf Medikamente angewiesen ?

Ja, ist man. Ich werde mein Leben lang ASS 100mg (Blutverdünner die dafür sorgen das der Stent nicht verstopft) & Bisoprolol 10mg (gegen hohen Blutdruck) nehmen müssen. Eine ganze Zeitlang musste ich auch Pantoprazol-Actavis 40mg (was für den Magen wenn man starke Schmerzmittel nimmt) & Gabapentin-TEVA 600mg (Medikament zur Behandlung von Epilepsie und peripheren neuropathischen Schmerzen-langanhaltende Schmerzen auf Grund einer Nervenschädigung). Auf Pantoprazol bin ich heute immer noch angewiesen da ich Morfium (Tilidin comp. 50mg/4mg) gegen meine Schmerzen im Bein; Arm & Gesicht bekomme.

Auch heute fast 2 Jahre später habe ich noch Momente in denen ich denke „Nein, ich will nicht mehr“ oder „Ich will mein altes Leben wieder haben“. Es ist einfach erschreckend wenn man merkt das man sein ganzes Leben komplett ändern muss, wenn man seinen Traumberuf nicht mehr ausüben kann, wenn man sich in vielem einschränken muss. Es hat lange gedauert bis ich meine Lebensfreude wieder hatte, bis ich wieder Lachen konnte, bis ich wieder Witze machen konnte oder bis ich offen über das Geschehene reden konnte. Viele haben mir zu einer Therapie geraten doch bis heute habe ich keine gemacht den meine Therapie sind meine Freunde und mit Ihnen zu reden den bei dem Gedanken irgendeinem wildfremden Menschen von dem geschehenen zu erzählen dreht mein Magen sich einfach nur um.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt was eigentlich mit der Fahrerin passiert ist ? Sie hat sich den Arm gebrochen und ein paar Prellungen abbekommen – unsere Freundschaft hat das ganze leider nicht überstanden und so verlor ich nach 5 Jahren meine beste Freundin mit der ich soviel durch stand und erlebte und musste schmerzlich erkennen das man einem liebenden Menschen egal werden kann.

Trotz allem was passiert ist habe ich nie aufgegeben und weiter gekämpft und mir auch schließlich fast 1 Jahr nach dem Unfall das Datum mit einem Spruch tätowieren lassen.

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Wie lebe ich heute ?

Heute fast 2 Jahre später versuche ich mein Leben so gut es geht zu leben. Als ich vor ein paar Wochen aber meinen Schwerbehindertenausweiß bekommen habe dachte ich „lasst mich in ruh, ich hau ab“. Ich habe einen Behindertengrad von ganzen 70% bekommen im Merkzeichen ‚G‘. Es ist alles andere als leicht so zu leben und wüsste man nichts von meinem Schicksal würde man nie darauf kommen das ich sowas hinter mir habe den eigentlich sieht man es mir nicht an abgesehen von meinen riesigen sichtbaren Narben die man leider nicht immer verstecken kann.

–> Ich habe das alles nicht geschrieben um Mitleid zu bekommen sondern um euch Mut zu machen und euch zu zeigen das man nie aufgeben darf egal was passiert ist, egal was man für ein Schicksal hat oder hatte. Ihr dürft nie aufhören zu kämpfen. Aber denkt immer daran ihr kämpft für euch und euer Leben und für keinen sonst auf der Welt.

Macht das beste aus eurem Leben und lebt es als sei morgen der letzte Tag; nächste Woche die letzte Woche oder nächste Jahr euer letztes Jahr.
Wollt ihr Fallschirm springen – dann tut es. Wollt ihr eine Ballonfahrt machen – dann tut es. Wollt ihr auswandern – dann wagt es, sonst werdet ihr nie wissen wie es ausgegangen wäre. Wollt ihr euch selbstständig machen – dann tut es und rockt das Ding.

An dieser Stelle danke ich meinem Freund von ganzem Herzen der immer hinter mir stand, mir zur Seite stand, mir oft in den Arsch ‚getreten‘ hat, mir  gezeigt hat wofür es Wert ist zu leben ❤  Auch Phibie und Isi danke ich hier nochmal für alles was sie für mich getan haben ❤ Und zu guter letzt danke ich auch Lisa von ganzem Herzen die mir aus der Ferne beistand und mir immer zugehört hat ❤

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Passt gut auf euch auf :))

xoxo Saskia

* Dieser Beitrag wurde im Rahmen der Blogparade geschrieben

** Wenn ihr unten auf die Namen klickt kommt ihr zu den verschiedenen Beiträgen. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch bei den anderen Bloggern vorbeischaut. Es sind schon einige großartige Lebensberichte entstanden und wir alle freuen uns über eure Kommentare 🙂

 

 

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  1. Hallo Saskia, das ist mehr als heftig und ich kann mir vorstellen, daß es Dich einiges an Überwindung gekostet hat, das alles aufzuschreiben., Es ist bewundernswert daß Du das durchgestanden hast. An dieser Stelle auch ein großes Lob an Deine Freundinnen die Dich unterstützt haben. Es tut mir sehr leid, was Du alles durchmachen mußtest und ich kann Dir nur alles Liebe für Deine Zukunft wünschen.
    Liebe Grüße
    Ulrike

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  2. Respekt für das, was du bereits geleistet hast. Du bist eine wirklich starke Persönlichkeit und ich hoffe, du behältst dir deinen Kampfgeist bei.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht leicht war, noch einmal gedanklich das alles „erleben“ zu müssen, aber du hast einen wirklich tollen Beitrag geschrieben, der hoffentlich anderen Mut macht.

    Bleib tapfer.

    L.H.P. (Kim)

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  3. Ich drücke die Daumen, dass es immer weiter bergauf geht. Mein Nachbar hat genau das gleiche erlebt. Er ist eingeschlafen und gegen den letzten Baum der Reihe gefahren. Da wurde auch das schlimmste befürchtet, besonders weil er Stahlstützen oder so im Rücken hat. Ich weiß nicht viel darüber, aber mir wurde gesagt, was für einen langen Prozess er durchleben durfte. Er hat sich ebenfalls ein Tattoo stechen lassen mit dem Datum. Dein Beitrag erinnert mich sehr arg an ihn^^
    Ich hoffe sehr, dass du keinen weiteren Rückschlag erleben musst. Du bist eine starke Frau!!

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  4. Oh mein Gott, ich möchte mir gar nicht vorstellen, was du für Schmerzen gehabt haben musst. Mir sagen zwar nicht alle Fachausdrücke etwas, aber alleine die Verletzungen am Kopf müssen Horror gewesen sein. Umso schlimmer, dass deine Mutter dir dann auch noch in den Rücke gefallen ist. Für sowas habe ich überhaupt kein Verständnis.
    Du kannst echt stolz auf dich sein, dass du trotzdem gekämpft hast und heute da bist wo du hin gekommen bist. Und es so schön zu lesen, dass du Freundinnen und einen freund hast, der zu dir steht.
    Ich wünsche dir ganz viel Glück und vor allem dass es mit deiner Gesundheit weiter gut geht.
    Ganz liebe Grüße

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  5. Pingback: Liebster Blog Award | sasisraaainbowlife

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